Anna

Anna Niestroj – Gründerin und Designerin – Design Thinking, Trend Research und Eventkonzeption – Berlin

Lange war mir Anna ausschließlich im digitalen Universum bekannt. Das erste Mal gegenüber gestanden haben wir uns in ihrem Studio „BlinkBlink“. Dieser Name – den auch ihr Blog trägt – ist gut gewählt, denn je mehr Zeit man mit Anna verbringen darf, um so heller glitzert ihre Kreativität und schillern ihre klugen Gedanken. Ein wenig entrückt erscheint sie einem dabei und ab und an, auf eine liebenswürdige Art, melancholisch. Eine gemeinsame Freundin hat einmal in meinem Beisein zu Anna gesagt: „Ich mag, dass Du schreibst, wie Du redest.“ Das trifft es ziemlich genau: sie schreibt wie sie redet und redet, wie sie schreibt. Anna ist Anna.

Wo kommst Du her?
Gefühlt aus mir selbst und aus der Realität, die mich umgibt. Lebendig geboren bin ich in Polen, mit 2 gings mit der ganzen Familie nach Bielefeld, mit 4 in den Landkreis Vechta. Mit 18 ging ich nach Hamburg, mit 22 nach Berlin, mit 24 nach Zürich und mit 26 wieder nach Berlin. Mein Vater war ein Künstler. Meine Mutter wollte dies auch sein und hat es mit 2 Söhnen und 2 Töchtern zum Ausdruck gebracht.

Wo willst Du hin?
Latent ans Meer.
Ergo: an neue Ufer.
Ich will weitergehen und ab und zu stehenbleiben wo es besonders schön ist.

Was treibt Dich an?
Mein Überlebensinstinkt und die heutigen Möglichkeiten zur Autonomie und Kreativität sowie die positiven Energien aus Produktivität und Austausch.

Was hält Dich auf?
Starre Systeme und Beziehungskonflikte. Missverständnisse.

Drei Dinge, die Du in 5 Jahren gemacht haben möchtest?

  • Ukulele spielen lernen.
  • Einen Roadtrip duch die USA. Oder viele Roadtrips durch viele andere Regionen.
  • Mich für eine Sportart begeistern.

Anna Niestroj lebt in Berlin und ist Gründerin des Studios und Coworking Space „BlinkBlink“. Sie ist als freischaffende Designerin tätig, entwirft Muster, arbeitet im Bereich Design Thinking, Trend Research und Eventkonzeption. Unter blinkblink-blinkblink.blogspot.de bloggt Anna, auf Instagram ist sie als @blinkannablink und auf Pinterest als @blinkblink zu finden.

Fotografiert haben wir bei Anna Zuhause, am Berliner Westhafen und in den Räumen ihres Kreativbüros „BlinkBlink“ im Wedding.

Anna
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Fotos: Nicola Holtkamp – Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
Dieser Beitrag ist Teil der Portraitserie Im Augenblick.

Novembertage

Uckermark

Im November gab es für uns ein paar freie Tage, die wir außerhalb der großen Stadt auf dem Land verbracht haben. In der Nähe von Templin. Dort hatten wir uns in dem kleinen Örtchen Herzfelde eine gemütliche Wohnung gemietet. Es waren ruhige Novembertage dort in der Uckermark zum Lesen, Spazierengehen, Nachdenken und ins Kaminfeuer starren.

Kurz vor unserer Abfahrt hatte ich entdeckt, dass es die komplette Doku-Serie „Landschwärmer“ von Lola Randl in dieser Mediathek zu sehen gibt. Die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Lola Randl lebt in Gerswalde, einem Nachbarort von Herzfelde und Schauplatz der Serie. Da saß ich also in der Uckermark unweit des Drehortes und schaute jeden Tag eine Folge dieser Landfilme. Es war ein wenig seltsam und schön zugleich. Ich mag diese kurzen Episoden. Sie erzählen einem kleine Geschichten über Menschen – langsam, beobachtend und geduldig. Von Städter, die es auf’s Land zieht und von Begegnungen mit denen, die dort schon lange leben. Man muss schmunzeln, sich ab und an ein wenig fremdschämen und manchmal fühlt man sich ertappt.

Die schönste Nebenrolle hat bei den Landschwärmern das Essen, sowie dessen Beschaffung und Zubereitung. Oder ist es gar die Hauptrolle? Zubereitet wird allerlei Gemüse, Marmelade, ein Straußenei, Ziegenkäse und auch Fleisch. Für Letzteres wird vor der Kamera geschlachtet, gerupft und ausgenommen. Dabei kommen Zweifel auf und auch Achtung vor dem Wesen, welches man da zubereitet. Das ist so eine Sache, die mich sehr beschäftigt: die Wertschätzung unserer Nahrung. Nicht nur der fleischlichen, aber insbesondere dieser. Dazu mag ich auch den Beitrag „Leben und sterben lassen“ aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung empfehlen.

Teaser „Landschwärmer“, Folge 3

Templin
Templin
Templin
Templin
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Herzfelde
Herzfelde
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Uckermark
Uckermark
Uckermark

Julia

Julia

Als ich Julia kennengelernt habe, stand ich im Ballettsaal mit der Hand an der Stange, denn Julia ist meine Ballettlehrerin. Schon während des ersten Trainings war klar, hier unterrichtet jemand mit echter Hingabe und voller Leidenschaft. Wenn Julia konzentriert, auf beinahe liebevolle Art die nächste Übung ansagt und zeigt, jeden einzelnen in seinen persönlichen Schwächen korrigiert oder wenn sie ihre Schüler mit energische Stimme zu noch mehr Leistung anspornt und sie sich dann freut, weil das Training gut läuft und alle Fortschritte machen – in all diesen Momenten spürt man ihre ungekünstelte Begeisterung für das, was sie da tut. Und auch wenn sich die Gruppe am Ende der Stunde völlig fertig und total verschwitzt aus dem Ballettsaal schleppt, so haben alle in den vergangenen 90 Minuten die kraftvolle und positive Energie dieser zierlichen Frau zu spüren bekommen. Ihre Art zu unterrichten hat mir in der großen Stadt wieder ein Zuhause für den Tanz gegeben.

Wo kommst Du her?
Vom Berliner Stadtrand. Also irgendwie aus dem Dazwischen von Land und Großstadt, Natur und Kultur, Sicherheit und Abenteuer, Idylle und Beton, Ballett und Punk … . Das ist symptomatisch für mein Leben geworden … das eine geht nicht ohne das andere. Es ist ein belebender aber auch schwieriger Balanceakt.

Wo willst Du hin?
Ich sollte wohl erst einmal versuchen anzukommen, bevor ich wieder irgendwohin will. Aber ich nehme an, ankommen ist eine Illusion. Und langweilig ist es auch. Also dann, auf nach… Seattle wäre doch schön. Aber mal ernsthaft, es gibt so vieles, das ich verbessern oder ändern muss, lernen will und sehen möchte. Eine Neverending Story und das ist ja auch gut so.

Was treibt Dich an?
Der Trashfaktor in allem, was schön ist. Das lass ich mal so hübsch unkonkret stehen :)
Aber den Tanz will ich hier nicht vergessen. Er fordert mich immer wieder auf’s Neue heraus: genauer hinzusehen, besser zu kommunizieren, offen zu bleiben, dazuzulernen, mich zu disziplinieren, die Kraft effizient einzusetzen, auf mich und meinen Körper zu hören, loszulassen und zusammenzuarbeiten. So. Das war dann mein Plädoyer für den Tanz. Check.

Was hält Dich auf?
Eine unmögliche Mischung aus Verträumtheit, hohen Ansprüchen und leider auch Faulheit. Ach je … wenn das mal gut geht. Schnell die nächste Frage, bitte.

Drei Dinge, die Du in 5 Jahren gemacht haben möchtest?
Das klingt nach einer Liste mit Punkten zum Abhaken. Listen liegen mir allerdings weniger und derzeit bin ich froh, die nächsten 2 Monate überblicken zu können. Und die beinhalten trainieren, unterrichten und meine Masterarbeit in Tanzwissenschaft beenden. Ansonsten habe ich die üblichen Träumereien im Kopf: kreieren, reisen, lieben, gesund und glücklich bleiben und für das Gute kämpfen.

Julia Pohlisch lebt in Berlin, studiert Tanzwissenschaften an der Freien Universität Berlin und unterrichtet Ballett, Zeitgenössischen Tanz und Jazztanz. Julia ist auf Instagram als @seelore und auf Pinterest als @juliapohlisch zu finden.

Fotografiert haben wir bei Julia Zuhause und in der Tanz- und Ballettschule Papillon in Berlin Friedrichshain.

Julia
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Fotos: Nicola Holtkamp – Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
Dieser Beitrag ist Teil der Portraitserie Im Augenblick.