Katrin

Katrin

Persönlich kennengelernt habe ich Katrin in meiner Küche bei einem Meetup unter „digitalen“ Damen. Da stand sie mit einem frisch gebackenem Brot und einer Flasche selbstgemachten Holunder-Sirup. In jeder Hand ein Teil ihres Lebenskonzepts: Ein Leben auf dem Land als nahezu autarker Selbstversorger. Mich fasziniert, dass sie die Umsetzung dieses Plans genauso konsequent verfolgt, wie die kontinuierliche Renovierung ihres alten Landhauses. Mit viel harter Arbeit, Disziplin, ästhetischem Geschick und Liebe zum Detail – zusammen mit ihrem Mann und in Gesellschaft von einem Hund, vier Katzen und drei Hühnern. Ebenso liebevoll wie Katrins Einrichtungsstil empfinde ich ihr Wesen: vertraut-verträumt, ein wenig nostalgisch und in Balance gehalten von einer wohltuenden Dosis Pragmatismus.

I met Katrin for the first time in my kitchen during a small gathering of „digital“ ladies. There she stood with a fresh baked bread and a bottle of homemade elderberry syrup. In each hand a piece of her concept of life: an almost self-sufficient life in the countryside. I am fascinated how determined she pursues this goal. With the same dedication she’s renovating her old country house bit by bit. Doing this is hard work, but with discipline, passion for details, a great sense for aesthetics and together with her husband she’s mastering this challenge. And let’s not forget the rest of the family: one dog, four cats and three chicken. Katrins’ lovely interior style feels to me as charming as her personality: dreamy in a familiar tune, a bit nostalgic and balanced with good portion of pragmatism.

Wo kommst Du her?
Ich bin in München geboren und aufgewachsen. In den letzten zehn Jahren bin ich allerdings ziemlich rumgekommen und habe in Düsseldorf, Wien und Berlin gelebt. Wenn man die Frage eher auf die berufliche Ebene bezieht, so habe ich Germanistik und Kunstgeschichte studiert und danach in diversen PR-Agenturen und Pressestellen mein Geld verdient.

Where do you come from?
I was born and raised in Munich. However over the past 10 years I’ve lived in Düsseldorf, Vienna and Berlin. From a professional point of view I have a degree in German literature and history of arts. After uni I somehow got into PR and have worked in several agencies and communications departments.

Wo willst Du hin?
Vor drei Jahren haben mein Mann und ich einen alten Bauernhof im Süden Brandenburgs gekauft, auf dem wir seitdem zusammen mit vielen Tieren leben. Das ist für uns beide die Erfüllung eines Lebenstraums, insofern will ich – geographisch gesehen – momentan nirgends anders hin. Beruflich habe ich vor zwei Jahren drei Gänge zurückgeschaltet, seitdem arbeite ich von zuhause aus als PR-Redakteurin. Auch das fühlt sich momentan genau richtig an.

Where do you want to go?
Three years ago my husband and I bought an old farm in Southern Brandenburg, where we now live with quite a few animals. This is a dream come true for both of us so right now I don’t want to go anywhere, geographically speaking. Professionally, I now work from home as a PR writer which suits me very well.

Was treibt Dich an?
Mir hat mal ein Deutschlehrer an den Kopf geworfen, ich sei ein Ästhetizist – weil ich die gelben Reclam-Hefte so scheußlich fand. Ganz unrecht hatte er damit nicht. Heutzutage suche ich das Schöne allerdings weniger in Büchern als in meiner unmittelbaren Umgebung – bei der Einrichtung unseres Hauses und der Gestaltung des riesigen Gartens.

What drives you?
A teacher once accused me of being an aestheticist because I thought our school books were so poorly designed. He was right, of course. However these days I seek beauty not in books but in my immediate surroundings – which results in decorating our house or tending to the huge garden.

Was hält Dich auf?
Im Wesentlichen der Mangel an Zeit und Geld. Und manchmal auch der innere Schweinehund.

What holds you back?
Usually, lack of time and money. And sometimes, my weaker self.

Drei Dinge, die Du in fünf Jahren gemacht haben möchtest.
Ganz oben auf der Liste steht ein Urlaub. So ganz klassisch zwei Wochen irgendwo am Meer. Kann auch die Ostsee sein, ich bin da gar nicht wählerisch! Ein altes Haus, ein riesiger Garten und eine Schar von Tieren – das alles verträgt sich nicht so gut mit Urlauben, weswegen wir seit drei Jahren keinen mehr hatten. Wird also höchste Zeit.
Außerdem würde ich gerne einen Marathon laufen. Das will ich allerdings schon seit 15 Jahren… Und nicht zuletzt würde ich gerne ein Buch schreiben – über Gärten und alte Häuser und die Menschen, die darin leben. Man kann ja mal träumen!

Three things that you would like to have done in five years’ time.
On top of the list is a proper vacation – two weeks by the sea. I don’t really mind where, even the Baltic Sea would be fine! We have an old house, a huge garden and lots of animals so travels are difficult to budget and arrange. We haven’t had a vacation for the past three years, it’s about time! Another thing I always wanted to do is running a marathon, but this has been on my list for at least 15 years… Last but not least I’d love to write a book – about gardens, old houses and the people who live there. A girl can dream!

Katrin Scharl lebt auf dem brandenburgischen Land und ist beruflich als PR-Redakteurin tätig. Sie bloggt unter Taking Notes und ist auf Instagram und Twitter als @LillianDay zu finden.
Fotografiert haben wir bei Katrin Zuhause. Das alte Landhaus mit dem weitläufigen Garten liegt in einem kleinen Dorf im Spreewald.

Katrin Scharl lives in the Brandenburg region near Berlin and works as a PR editor. She’s blogging at Taking Notes and you can find her on Twitter and on Instagram as @LillianDay.
We shot at Katrins’ home. This old countryside house with a huge garden is located in a small village in the German area Spreewald.

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Illustration on photo 3: Rebekka Seale
Fotografie/Photography: Nicola Holtkamp – Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Dieser Beitrag ist Teil der Portraitserie Im Augenblick.
This article is part of the portrait series Im Augenblick.

Rückblickend betrachtet …

Rueckblick 2014 Exposure

 

Auch auf 2014 sollte es einen fotografischen Rückblick geben. Diesmal zum Scrollen, nicht zum „Blättern“. Ich habe Exposure ausprobiert und es ist etwas … ausgeartet. Gefühlt musste ich alle Texte und Links 100 Mal in das Dokument basteln, weil diese aus mir nicht ersichtlichen Gründen nach dem Sichern und Veröffentlichen immer wieder verschwanden. So kann man die letzten Stunden des Jahres auch rumbringen. Falls Ihr also beim Scollen auf Textfragmente oder nicht funktionierende Links stoßt, seht es mir bitte nach – ich wollte noch ein bisschen Silvester feiern. Und wenn Ihr mich fragt, ob ich diesen Onlinedienst empfehlen kann … ähm, muss ich nicht drauf antworten, oder? Ach ja: auf dem iPad funktionierts leider nicht. Sollte es aber. Vielleicht zu viele Bilder? Smartphone geht, aber da sieht es „popelig“ aus. Schaut Euch das lieber auf dem Rechner an.

Zum Gucken aufs Bild klicken oder hier. Viel Spaß und ein frohes neues Jahr!

Landgehöft am Feldrain

Landgehöft am Feldrain

„Eigentlich wollte ich gar kein Ferienhaus, sondern nur einen Garten mit alten Obstsorten.“ sagte mir Anne Lierow, die Vermieterin des Landgehöfts am Feldrain. Ich würde sagen, das ist gründlich in die Hose gegangen, denn das großzügige Haus im kleinen Dörfchen Buchenhain in der dünn besiedelten Uckermark ist kein einfaches Ferienhaus, sondern ein ganz besonderer Ort. Mit enormem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit und mit Respekt vor dem historischem Bauwerk wurde hier restauriert und ausgebaut. Die Ausstattung des Hauses ist ausgesprochen hochwertig und durchdacht.

Wir waren eingeladen hier eine Wochenende zu verbringen. Wir das sind Indre, Ieva, Stephanie, Anne, Catherine, Anna und ich. Unsere Gruppe komplettierten drei Mädchen, die begeistert jeden Quadratzentimeter des Hauses im Spiel erkundeten.

Errichtet wurde das historische Bauwerk ca. 1864 als Gesindehaus. Im Zentrum des Hauses befand sich die Esse, wo früher am offenen Feuer gekocht wurde. Von dort gingen rundherum vier 20 qm große Zimmer ab, in denen jeweils eine Familie wohnte. Dieser erhalten gebliebene Grundriss des Hauses wurde behutsam ergänzt. In den vier Räumen befinden sich nun auf der einen Seite zwei Schlafzimmer und auf der anderen Esszimmer und Bibliothek. Die bewahrte Esse nennt Anne Lierow „schwarze Küche“, weil hier die Wände durch das offene Feuer stark verrußt waren. In mühevoller Handarbeit wurden diese Ablagerungen während der Restaurierung von der Wand abgetragen. Heute steht in diesem Raum ein Kaminofen, in dem bei unserer Ankunft bereits ein Feuer brannte. Zwei Bäder und die zum Essbereich offene Küche befinden sich ebenfalls im komplett barrierefrei Erdgeschoss. Im ausgebauten Obergeschoss gibt es zwei weitere Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein separates WC und das großzügige Giebelzimmer „FreiRaum“, welches als Gemeinschaftszimmer genutzt werden kann.

Tolle alte Kleiderschränke in allen Schlafzimmern, ein großer Esstisch, dessen Platte von einem früheren Leben an einem anderen Ort erzählt, im selben Raum ein Kochherd, welcher mit Holz befeuert werden kann, eine wunderschöne Sauna, die große Terrasse und der daran anschließende weitläufiger Garten – das sind nur einige der Besonderheiten der einstigen Gesindekate. Ich mag die zurückhaltende, reduzierte Einrichtung. So wird einem kein Stil „aufgedrückt“ und alle Bewohner finden auf den 300 Quadratmetern ein ruhiges Plätzchen. Lesend in der Bibliothek, am Notebook tippend im Kaminzimmer, ruhend auf einem der Sofas im Obergeschoss mit Blick durch das große Giebelfenster oder malend am langen Esstisch – auch für jeden von uns war etwas Passendes dabei.

Einen Obstgarten hat Anne Lierow mit dem Haus dann doch noch bekommen. Wir konnten es mit dem Laienblick jetzt im Winter nicht so recht erkennen, doch hier wachsen eine Vielzahl verschiedener Obstgehölze. Im Herbst muss dieser Garten ein Schlaraffenland sein, das man nutzen darf, genauso wie die für die Fruchtverarbeitung gedachte Wildobstküche im Nebengebäude. Hier befindet sich auch die urige Birkenholzsauna, welche Zimmerleute wie ein Häuschen in den Raum gebaut haben.

Es gäbe noch so viel zu erzählen zu diesem baubiologisch saniertem Haus, z.B. über einen hofeigenen Brunnen, einen Tulpenbaum im Garten, die vielen Einkaufsmöglichkeiten bei regionalen Erzeugern in der Umgebung, einen „Bäckerwagen“, der vorm Haus hält und und und … .

Das Landgehöft liegt an der Grenze von Brandenburg zu Mecklenburg Vorpommern und in unmittelbar Nähe zu den Feldberger Seen. Im Naturreiseführer meiner Schwester „Mecklenburgische Seen mit Kindern“ finden sich 4 Touren zu dieser Seenlandschaft. Die Wandertour um den See „Schmaler Luzin“ (im Buch Nr. 40) hat sie mir als eine ganz Besondere empfohlen. Für einen Wanderausflug war das Wetter während unseres Aufenthalts allerdings nicht ideal und so machten vier von uns einen kleine Einkaufstour nach Feldberg und im Anschluss Stopp in Boitzenburg, um das Schloss näher zu betrachten.

Zurück im Landgehöft dauerte es nicht mehr lange, bis auch unsere Nachzügler Stephanie und Anna da waren. Stephanie hatte für uns ein Abendessen geplant und dafür nicht nur die Rezepten, sondern auch massig Zutaten dabei. Zusammen und unter ihrer Regie kochten wir in der für eine Ferienhaus aussergewöhnlich gut ausgestatteten Küche ein köstliches Adventsmenü: Bärlauch- und Rote-Bete-Bruschetta als Amuse Gueule, Süsskartoffelsalat mit Feigen zur Vorspeise, Pilzrisotto als Hauptgang und zum Nachtisch Apple Crumble mit selbstgemachtem Vanilleeis. Rezepte und genaue Details müsst ihr bitte bei unserem Chef de Cuisine erfragen.

Nach diesem guten Essen und einer beinahe durchschwatzten Nacht, schenkte uns Catherine am Sonntagmorgen eine Yogastunde. Während wir uns dehnten und streckten, schauten die drei kleinen Mädchen geduldig zu und unterhielten sich ganz leise im Flüsterton. Das war schon ein besonderer Moment auf dem Boden des „FreiRaums“ mit geschlossenen Augen und zusammen mit diesen tollen Menschen. Draußen waberte der Nebel über die Felder und im Erdgeschoss hörten wir Stephanie in der Küche hantierte. Sie bereitete Rührei, Obstsalat und einen Teig für Zimtschnecken vor. Auf uns wartete ein letztes gemeinsames Frühstück im Landgehöft am Feldrain.

Das 90 Minuten Autofahrt von Berlin entfernte Ferienhaus bietet Platz für bis zu 12 Personen. Alle Details, weitere Fotos und interessante Informationen zur Umgebung findet ihr auf der Webseite: Landgehöft am Feldrain. Übrigens: auch Anne hat über unseren Aufenthalt berichtet.

Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
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Landgehöft am Feldrain
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Landgehöft am Feldrain
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Landgehöft am Feldrain
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Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
Boitzenburg
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Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
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Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain
Landgehöft am Feldrain

Vielen Dank an Familie Lierow, dass sie uns ihr Ferienhaus zur Verfügung gestellt hat.
Alle Fotos in diesem Beitrag: Nicola Holtkamp.