Rituale

rituals

In der aktuellen Ausgabe der Elle Decoration UK ist ein Beitrag über Rituale. Das Ritual ist in unserer Sprache oft recht negativ besetzt: man denkt an traditionell Einengendes, vielleicht an Verruchtes oder gar an Bedrohliches. Das meint dieser Beitrag jedoch nicht. Viel mehr geht es um alltägliche Gewohnheiten, die unser Wohlbefinden positiv beeinflussen. Zitiert werden in dem britischen Wohnmagazin die persönlichen kleinen „Lifestyle“-Rituale des Redaktionsteams.

Im Laufe unserer Lebens zelebrieren wir eine Reihe solcher Gewohnheiten. Rituale ändern sich nach Lebenssituation und Alter. Mit Kindern haben Rituale noch einen ganz anderen Status. Doch auch als erwachsener, selbstständiger Mensch sind mir persönlich solche gepflegten Regelmäßigkeiten durchaus wichtig. Als Freelancer bringt der Beruf wenig Routine, was ich besonders genieße. Doch genau deswegen verhelfen mir kleine wiederholte Inzenierungen zu mehr Ausgeglichenheit.

Oft sind meine Rituale an das Umfeld gekoppelt, in dem ich gerade lebe. Eine liebgewonnene Rhein-Main-Gewohnheit im vergangenen Sommer war – wenn sich die Gelegenheit bot – der abendliche Spaziergang zu einem Minispielplatz am Waldrand, um dort eine Runde auf der Schaukel durch die Abendluft zu schwingen.

Der Monsieur und ich, wir pflegen gemeinsam so eine Art Kuchenritual. Wenn es möglich ist, dann unternehmen wir am Wochenende ausgedehnte Spaziergänge und der krönende Abschluss eines solchen Spaziergangs ist in der Regel Tee, Kaffee und Kuchen. An den vergangenen Wochenenden ging das nicht immer, weil wir beide arbeiten mussten. Doch auch dann machen wir irgendwann eine Pause und gehen vor die Tür für den Kuchengenuss.

Eigentlich mag ich keine Rituale, die mich dazu zwingen immer an einem ganz bestimmten Tag in der Woche das Gleiche zu tun (ausgenommen meine Ballettstunden). Aus diesem Grund war ich nie ein besonderer Fan von TV-Serien. Andererseits kann es ebenso etwas Gutes haben, wenn man sich zum Einhalten solcher privaten Zeremonien zwingt. Selbst dann, wenn man im Gegenzug das Gefühl hat auf etwas anderes verzichten zu müssen. Sich immer alle Optionen offen halten ist auf Dauer enorm anstrengend für den Geist und das Miteinander.

Wohlfühlrituale muss man sich erschaffen und sie dürfen sich weiterentwickeln. Sie bringen Ruhe in den hektischen Alltag und sind dabei wie kleine Inseln im ewigen Strom der Geschehnisse. Und deswegen werde ich wohl noch dem ein oder andere persönlichen Ritual einen Platz in meinem Leben einräumen.

rituals

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Elle Decoration UK, May 2013

Above All, No Faux Pas

The New Yorker

Ich war bei Shakespeare and Sons der Brownies wegen. In einer Ecke stand dort ein Pappkarton mit alten Ausgaben des New Yorker zu je einem Euro. Mir kam der Gedanke: „Vielleicht ist ein Sempé Titel dabei“. Ich habe eine große Schwäche für die liebevollen Zeichnungen von Jean-Jacques Sempé und seinen feinen Humor. Und siehe da, eine der Ausgaben zierte wirklich eine Illustration des französischen Künstlers. Ich bin mir sicher, das Magazin hat dort auf mich gewartet.

The New Yorker, October 24, 2005
Cover „Above All, No Faux Pas“ by J.J. Sempé

Weekend Pleasure #15

Der Monsieur und ich, wir waren wieder mit dem Buch Berlin Kiez für Kiez unterwegs. Entlang der Panke im Wedding. Danach sind wir in die U-Bahn gestiegen und in die falsche Richtung gefahren. Oder war es doch die Richtige? Als wir es gemerkt haben, waren wir schon am Ende der Welt – fast. In der Nähe des Cafés Am Ende der Welt. Und da sind wir dann hingegangen, haben guten Tee und Kaffee getrunken, köstliche Sandwiches gegessen und Freunde getroffen. Alles richtig gemacht.

Weekend Pleasure

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Dieses Tillandsia Arrangement ist von Till – Air Plants

Weekend Pleasure

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