Die Portugiesische Küche

Die Portugiesische Küche

„Man kann ja auch per Kochbuch verreisen“ meinte meine Kundin Elisabeth Ruge vergangene Woche zu mir. Und genau das ist es, was das Kochbuch „Die portugiesische Küche“ kann – einen mitnehmen. Beinahe jeden Tage reise ich im Moment mit diesem Buch dahin, wo wir so gerne wieder gewesen wären und was zur Zeit leider nicht möglich ist: nach Lissabon oder in einen Fischerort an die Küste. In jedem Fall nach Portugal! Es ist sehr warm dort, es duftet nach Spätsommer und vom Meer weht eine sanfte Briese. Wir gehen in Markthallen einkaufen, probieren reife Früchte an den Ständen, grillen später frischen Fisch und trinken in lauen Sommernächten Vinhos Verde und süssen Ginjinha.

Ja, so war das vor 2 Jahren und als wir damals zurück kamen, erschien kurz darauf im ZEIT Magazin ein ausführlicher Beitrag, in dem die Illustratorin und Autorin Alexandra Klobouk über Lissabon und die Portugiesische Küche berichtete – in Worten und Zeichnungen. Auf diesen Beitrag, der sich bei der Leserschaft ausgesprochener Beliebtheit erfreute, wurde auch der Antje Kunstmann Verlag aufmerksam. Und so kam es, dass Alexandra Klobouk und Rita Cortes Valente de Oliveira doch noch ihre ursprüngliche Idee von einem illustrierten Kochbuch über die Küche Portugals umsetzen konnten. Eine Küche, die bei uns immer noch weitgehend unbekannt ist. Der Gedanke für ein solches Buch entstand bereits 2011 bei gemeinsamen Kochsessions der beiden Freundinnen. In dem Jahr, das Alexandra – die eigentlich aus Deutschland kommt – in Lissabon verbrachte. Das erzählte sie mir, als wir uns im Berliner Café Espera trafen auf einen Plausch zwischen Gestaltern und Buchautoren. Doch wir unterhielten uns nicht nur über Buchgestaltung, sondern berieten uns über die Pastel de Nata Quellen Berlins, sprachen über Lissaboner Markthallen und Cafés und darüber, dass auch in Portugal das Bewusstsein für regionale Produkte und Lebensmittel stetig wächst und das dort mit der Insel Madeira exotische Südfrüchte zu den landtypischen Waren zählen.

Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche

Seit der Veröffentlichung im ZEIT Magazin bewundere ich also die Illustrationen von Alexandra. Sie sind so herrlich unverkrampft und erinnern mich hier und da an Skizzen von Tomi Ungerer. Sie verliert sich nicht in Akribie, sondern bezaubert durch Witz und Charme. Den von Rita liebevoll ausgewählten und zusammengetragenen Rezepten stehen im Buch Texte zur Seite, die über die portugiesische Kochkultur berichten oder historische Anekdoten aus der Geschichte des Landes erläutern. Alexandras Illustrationen werden im Kochbuch durch Fotografie ergänzt, dessen Bildästhetik genau meinen Geschmack trifft. Mariana Veloso und Ricardo Pereira machten Foodbilder, die nicht „überstylt“ wirken. Dazu gesellen sich Fotos im Reportagestil, die auf Märkten, am Strand, in Bars und Küchen entstanden sind. Viele der Bilder setzte das Buchteam auf dem Anwesen von Luis Ehlert um, der die Rezepte um die neue portugiesische Küche und neu interpretierte Klassiker ergänzte.

Nicht zu jedem Rezept findet sich in diesem Buch eine von Alexandras wunderbaren „Erklärzeichnungen“ oder ein Foodbild. Manchmal gibt es einfach nur Fotos einer Zutat und dann auch mal gar kein Bild. Wir sind heute viel zu sehr daran gewöhnt, dass uns Kochbücher erst einmal visuell vorführen, was wir kochen könnten: ach das sieht aber toll aus … und uns dabei ein Stück weit der eigenen Kreativität berauben. Noch in den alten Kochbüchern aus dem Haushalt meiner Oma und Uroma finden sich gar keine Abbildungen der Gerichte. Und macht das was? Nein. Oder doch! Denn man muss genauer lesen, um eine Auswahl treffen zu können. Man muss sich auf das Buch einlassen, sich Zeit dafür nehmen und es nicht einfach nur beiläufig durchblättern. Und man lässt sich nicht von überdressierter Hochglanzfotografie betrügen.

In „Die Portugiesische Küche“ verführen vor allem die Zeichnungen von Alexandra. Diese Küche ist bodenständig, pur und ehrlich und so präsentiert sich auch dieses Kochbuch. Die grafische Gestaltung übernahm Eva Gonçalves. Die gebürtige Portugiesin lebt und arbeitet in Berlin und hat die verschiedenen Stilmittel dieses Werkes in einem harmonische Gestaltungsrahmen zusammengeführt. Unter der kreativen Leitung von Alexandra entstand so ein Buch, das eine ungeheure Sympathie ausstrahlt. Es ist ein bisschen wie Besuch aus Portugal. Es lädt ein zu zuhören, zu entdecken und zu lernen und das macht sehr große Freude. Eines Tages werden wir wieder nach Portugal reisen und bis es soweit ist, habe ich nun Alexandras und Ritas Buch, das mir dieses Land in die eigene Küche trägt. Olá meu amor und auf bald!

Alexandra hat mir übrigens verraten, dass sie gerade an einem neuen Buch arbeitet. Ein Buch über Lissabon. Oder besser über Maria Lisboa, denn Lissabon ist eine Dame. Das habe ich gelernt aus „Die Portugiesische Küche“. Es ist eine von vielen kleinen Geschichten, die Ihr in diesem bezaubernd köstlichen Kochbuch entdecken könnt.

Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche
Die Portugiesische Küche

Die portugiesische Küche – A Cozinha Portuguesa
Alexandra Klobouk & Rita Cortes Valente de Oliveira
erschienen Mai 2014 im Verlag Antje Kunstmann
ISBN 978-3-88897-940-8
Leseprobe

Vielen Dank an Heike Bräutigam vom Verlag Antje Kunstmann für die Zur­ver­fü­gung­stel­lung des Buches.
Alle Fotos in diesem Beitrag: Nicola Holtkamp

Weekend Pleasure #29

Ammersee

Neulich waren wir in Bayern, der Monsieur und ich. Auf dem Land vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt um meine „große“ Schwester zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit habe ich einen Fototermin mit Anja – besser bekannt als Maki – in München für mein „Im Augenblick“-Projekt eingeschoben. Das war sehr charmant und auch sehr lecker. Ansonsten tue ich mich mit dieser Stadt nach wie vor schwer. Irgendwie will sich nicht so recht das Gefühl einstellen, willkommen zu sein.

Um so herzlicher war es auf dem Land rund um den Ammersee. Hier gab es für uns ein erfrischendes Bad in genau diesem, knusprigen Schweinsbraten und bayrisches Bier, eine nicht weniger köstliche kulinarische Versorgung aus der Küche meine Schwester (dieser Schokokuchen!), Eichhörnchen, die über’s Balkongeländer flitzten, Zikaden in den Bäumen, Stubenfliegen in den Räumen, große Felder, einen unglaublich grünen Wald und Regen, der Nachts auf’s Dach trommelte. Meine Schwester arbeitet gerade an … ach ehrlich gesagt, ich weiß nicht an wie vielen neuen Reiseführer parallel für ihren Eigenverlag Naturzeit. Sie ist so wahnsinnig produktiv und mit ganz viel Herzblut dabei. Das macht mich ehrfürchtig und gleichzeitig glücklich.

In den wenigen gemeinsamen Stunden, die der Monsieur und ich in der Stadt verbracht haben, besuchten wir das Teehaus tushita und haben anschließend bei Soda Books Printduft geschnuppert. Am Abreisetag gab’s noch einen Oolong Tee mit Minibrownie bei Mahlefitz.

Schöngeising an der Amper
Schöngeising an der Amper
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Bayernbesuch
Maki
Mahlefitz München

#sitzfeldt14

Sitzfeldt and "The Apartment"

Das ersten Mal hörte ich von Sitzfeldt, als Felix – Fotograf unseres Liebenswert-Buches – 2010 die allerersten Imagefotos für das Unternehmen machte. Damals ist mir vor allem das Konzept von Sitzfeldt im Bewusstsein geblieben: Sofas, die innerhalb Europas „on demand“ produzieren werden und ausschließlich online zu fairen Preisen käuflich erwerbbar sind.

Die Einladung zu einem Abend mit den Gründern des Unternehmens – Anna Deyerling, Julius Martini, Clemens Deyerling – fand ich eine schöne Idee. „Authentisch inszeniert“ war das Motto des Events, bei dem Indre ihre 7 Thesen zu diesem Thema vorstellte.

The Apartment“ war Location für das Treffen von Sitzfeldt mit einigen Berliner Bloggern. Diese 500qm große Altbauwohnung im Westen der Hauptstadt ist sowohl räumlich als auch historisch beeindruckend. In den weitläufigen Räumen hatte das Sitzfeldt-Team mit Fotograf Andy über zwei Tage die aktuelle Sofakollektion geshootet. Im Anschluss an die Thesendiskussion warteten in der Küche auf alle Anwesenden zwei große Töpfe selbstgemachter Suppe und ein langer, gedeckter Tisch. Naja und wie das dann immer so ist: die eigentliche Party findet am Ende in der Küche statt.

Anne, Kerstin und Julia haben bereits über den Abend berichtet und ich will verbal gar nicht mehr viel dazu addieren. Dafür gibt es hier ein paar mehr Fotos.

Wer gerne mehr über die Gründung von Sitzfeldt und die Unternehmensphilosophie wissen möchte, Indre hat im vergangenen Jahr einen Beitrag darüber verfasst: „Nachhaltig, innovativ, jung“.

Vielen Dank an das Team von Sitzfeldt und Indre für diesen schönen Abend.

Sitzfeldt and "The Apartment"
Sitzfeldt and "The Apartment"
Sitzfeldt and "The Apartment"


Sitzfeldt and "The Apartment"

Sitzfeldt and "The Apartment"

Fotos: Nicola Holtkamp